
Spanschachtel
Hochovale Spanschachtel mit bemalter Oberfläche. Die Grundfarbe ist Blau. Auf dem Deckel ist mittig eine Dame dargestellt, umgeben von stilisierten Maiglöckchen. Die umlaufenden Zargen sind mit einem mehrfarbigen floralen Muster verziert.
Spanschachteln waren im 18. und 19. Jahrhundert weit verbreitet und wurden in großer Zahl für unterschiedlichste Zwecke hergestellt. Sie dienten zur Aufbewahrung von Kleidung, Schmuck, Briefen, Lebensmitteln und Spielzeug. Es gab spezialisierte Varianten wie Puderschachteln, Apothekerschachteln oder Bonbondosen. Kunstvoll bemalte „Haubenschachteln“ waren als Freundschafts- oder Hochzeitsgeschenke besonders im 19. Jahrhundert beliebt und wurden oft zur staubgeschützten Aufbewahrung von Hauben und Bändern genutzt. Die genaue Herkunft und Produktionsweise dieser Schachteln ist weitgehend unklar. Neben Berchtesgaden waren auch die Schweiz, Österreich, der Thüringer Wald und das Erzgebirge für ihre Herstellung bekannt. In manchen Regionen lebten ganze Dörfer von diesem Handwerk, wobei die Bemalung eine eigene Kunstform darstellte. Die Schachteln wurden über Krämer, Märkte und Wanderhändler vertrieben. Die zunehmende Verbreitung von Blechdosen und Behältern aus anderen Materialien führte zu starken Preissenkungen. Das führte dazu, dass viele Hersteller ihre Betriebe aufgeben mussten. Zur Verzierung der Schachteln wurden anfangs Temperafarben, im 19. Jahrhundert vor allem Ölfarben verwendet.
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Objektdaten
- Länge 41 cm
- Breite 27 cm



