
Spanschachtel
Querovale Spanschachtel mit bemalter Oberfläche. Die Grundfarbe ist ein kräftiges Rot. Auf dem Deckel ist mittig ein Paar in Biedermeier-Kleidung dargestellt, stehend zwischen zwei Bäumen. Die umlaufenden Zargen sind mit einer mehrfarbigen Rosenornamentik verziert. Auf dem Deckel befindet sich die aufgemalte Inschrift: „Ein Mädchen hübsch und fein Soll mein Vergnügen seyn“. Zudem ist auf der Deckelplatte eine fast vollständig eingeebnete Brandmarke erkennbar.
Spanschachteln wurden im 18. und 19. Jahrhundert in großer Zahl für unterschiedlichste Zwecke genutzt – zur Aufbewahrung von Kleidung, Schmuck, Briefen oder Lebensmitteln. Spezielle Varianten wie Puderschachteln oder Haubenschachteln erfüllten jeweils eigene Funktionen. Bemalte Schachteln mit Liebes- oder Hochzeitsszenen waren besonders beliebt und wurden häufig als Geschenke verwendet. Die genaue Herkunft vieler Schachteln ist unklar. Zentren der Fertigung lagen unter anderem in Berchtesgaden, im Thüringer Wald oder im Erzgebirge, wo ganze Dörfer am Handwerk beteiligt waren. Herstellung und Bemalung erfolgten meist in getrennten Gewerken. Mit dem Aufkommen industrieller Verpackungen verloren Spanschachteln an Bedeutung.
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Objektdaten
- Länge 45.5 cm
- Breite 29 cm




