Pflanzlochmaschine
Pflanzlochmaschine zum Ausstechen von Pflanzlöchern. Sie besteht aus einem Vorderwagen, an dem ein Zugpferd angespannt wurde, und einem mit diesem verbundenen Hinterwagen mit Werkzeugrahmen. Unterhalb der Achse des Hinterwagens sind zwei Spatenräder mit jeweils vier Löffelspaten („Lochsterne“) montiert, die an pendelnd aufgehängten Hebeln befestigt sind. Diese stanzten während der Fahrt in regelmäßigen Abständen von etwa 45 Zentimetern Pflanzlöcher in den Boden, in die anschließend von Hand das Saatgut gestreut oder gelegt wurde. Vor den Spatenrädern befinden sich Federzinken zur Bodenauflockerung. Die Arbeitstiefe wird über eine gefederte Zugstange an der Hinterachse und ein Zahnradgestänge (Zahngesperre) eingestellt. Für den Transport kann die Maschine durch Einrasten einer Klinke in das Zahnradgestänge in eine Transportstellung gebracht werden. Optional kann an der Maschine ein zusätzlicher Arbeitsrahmen mit Häufelpflug angebaut werden.
Pflanzlocher stellten einen Zwischenschritt in der Mechanisierung des Kartoffelanbaus dar. Ihr Hauptwerkzeug, der „Lochstern“, übernahm den Arbeitsschritt des Ausstechens der Pflanzlöcher. Die Werkzeuge waren auf einem meist auswechselbaren Arbeitsrahmen hinter einem einheitlichen Vorwagen angeordnet. Dadurch wurde die Entwicklung kombinierter Maschinen vorbereitet, wie dem Vielfachgerät, das seit den späten 1940er-Jahren verbreitet eingesetzt wurde. Diese Pflanzlochmaschine gehörte zum Gerätebestand eines Hofs in Lemgo-Kirchheide. Das vermutlich um 1926 gebaute Gerät erhielt der Hofbesitzer 1951 als Geschenk von einem Nachbarn, der es Mitte der 1920er-Jahre neu erworben hatte. Während der Nachbar 1951 auf Traktoren umstieg, beschaffte sich der Vorbesitzer dieses Exemplars eigens ein Zugpferd für den Pflanzlocher und nutzte das Gerät bis 1968. Aufgrund seiner Seltenheit in der Nachbarschaft wurde die Maschine bei Bedarf unentgeltlich verliehen.
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Objektdaten
- Höhe 150 cm
- Breite 140 cm
- Länge 290 cm


