
Kaffekanne mit Strohblumendekor
Birnenförmige Kanne mit Ohrengriff, hoch aufgewölbtem Deckel und einem ausgestellten Standfuß. Das sogenannte "Strohblumendekor" ist auf eine erhaben gerippte Struktur mit Versatz aufgebracht, welche man als "Gebrochener Stab" bezeichnet. Die beschädigte Schnauze der Kanne wurde durch eine Metallergänzung ersetzt. Der Knauf des Deckels ist aus Holz nachgearbeitet. Beide Ergänzungen wurden aufgekittet, beziehungsweise geklebt.
Das Dekor dieser Kanne wird als "Strohblumenmuster" bezeichnet. Es handelt sich dabei um ein Fadenmuster in Unterglasurtechnik mit Kobaltblau, das ursprünglich um 1740 von der Porzellanmanufaktur Meissen entworfen worden ist. Als Vorbild gelten chinesische Porzellandekore. Das Strohblumendekor wurde vorzugsweise auf Porzellanoberflächen im "Gebrochenen Stab" aufgebracht. Das Muster wurde von zahlreichen Porzellanmanufakturen aufgegriffen - meist nur mit kleinen Abweichungen - und ist daher bis heute unter verschiedenen Namen bekannt: "Indisch Blau", "Friesisch Blau" oder "Blau Modell". Manche Hersteller vereinfachten das Dekor aus Kostengründen, sodass es seit etwa 1900 aufgedruckt werden konnte und in der Form bis heute verkauft wird. Aufgrund seines hohen Wertes wurde Porzellan im 18. und frühen 19. Jahrhundert oft nach Beschädigung durch wandernde "Kesselflicker" oder "Drahtbinder" repariert. Der Weitergebrauch des Gegenstandes war in diesem Fall wichtiger, als das äußere Erscheinungsbild - so war es üblich, abgebrochene Teile durch Stahlblech, Zinn und andere Materialien nachzuformen und mit Draht zusammenzubinden.
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Objektdaten
- Höhe 28.8 cm
- Durchmesser 14 cm



