Jauchewagen
Wagengestell mit aufliegendem Jauchefass. Das Fahrgestell besteht aus einem Vorder- und Hinterwagen mit hölzernen Speichenrädern. Die Vorderräder sind ohne, die Hinterräder mit leichtem Speichensturz ausgeführt. Die Achsen sind über sogenannte Achsfutter (Kanthölzer zur Fixierung der Achsen) mit dem darüberliegenden Zwischenschemel verbunden. Dieser ist drehbar mit dem Wendeschlitten (Drehschemel) verbunden, was die Steuerung der Vorderachse ermöglicht. Zwei Langbäume (Verbindungsbalken) tragen den Aufbau. Das aufliegende, vermutlich jüngere Fass ist zylindrisch und aus Holz gefertigt. Es ist über zwei Querträger mit dem Fahrgestell verbunden. Befüllt wurde es manuell über einen Trichter mit einem Schöpfeimer. Die Entleerung erfolgte durch einen Sperrhahn am hinteren Fassboden, der die Jauche auf einen Verteiler leitete. Dieser verteilte die Flüssigkeit etwa auf die Breite der Wagenräder.
Vor der Entwicklung künstlicher Düngemittel im 19. Jahrhundert war Jauche einer der wichtigsten und einfachsten verfügbaren Dünger. In Kombination mit Mist bildete sie die Grundlage für die Düngung im traditionellen Wirtschaftsbetrieb. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts kamen mit dem Import von Guano und Chilesalpeter sowie der Erfindung chemischer Düngemittel neue Möglichkeiten hinzu – Jauche und Mist blieben aber weiterhin unverzichtbar, vor allem auf kleineren oder gemischt wirtschaftenden Höfen.
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Objektdaten
- Höhe 175 cm (Gesamt)
- Breite 138 cm (Gesamt)
- Länge 420 cm (Gesamt)
- Breite 9.2 cm (Reifen vorn)
- Breite 10 cm (Reifen hinten)
- Durchmesser 110 cm (Rad vorn)
- Durchmesser 125 cm (Rad hinten)


