Haushaltsschüssel
Kleine Schüssel mit schräger Wandung und zwei horizontal angesetzten Griffösen aus roter Keramik. Innen mit weißen und grünen Streifen malhornverziert und transparent glasiert.
Diese Keramik wurde bei vergleichsweise niedrigen Temperaturen um 800 °C gebrannt. Aufgrund dieser geringen Brenntemperatur ist sie porös und nicht wasserdicht, weshalb sie für den Gebrauch im Haushalt in der Regel glasiert wurde. Die farbliche Gestaltung erfolgte meist vor dem Brand durch das Auftragen von unterschiedlich gefärbten Tonschlämmen (Engoben), die häufig unter einer transparenten Glasur liegen. Zur Dekoration wurden sie mit dem Pinsel oder dem sogenannten Malhorn aufgetragen. Auch nachdem höhere Brenntemperaturen technisch möglich waren, blieb diese Keramik im Haushalt weit verbreitet. Ihre vergleichsweise robuste Struktur machte sie besonders hitzebeständig und weniger anfällig für Risse beim Gebrauch über offenem Feuer. Man bezeichnet diese Art von Keramik auch als „Hafnerware“. „Hafner“ ist eine historische, bis heute vor allem in Süddeutschland gebräuchliche Bezeichnung für Töpfer.





