Feuerspritze
Feuerspritze bestehend aus einem Fahrgestell mit Drehkranz, Vorderachse und Speichenrädern zur Brandbekämpfung. Auf dem Fahrgestell ist ein hellblau lackierter Wassertank montiert, der eine Hubkolbenpumpe enthält. Die Pumpe besteht aus zwei Zylindern, deren Kolbenstangen mit einem über das Fahrzeug hinausragenden Pumphebel verbunden sind. Zwischen den Zylindern befindet sich ein Windkessel, der an seiner Oberseite ein Ventil für den Anschluss eines Schlauchs besitzt. Die Spritze wurde von Hand zum Brandort gezogen. An den Halterungen des Pumphebels waren Stangen befestigt, mit denen vier Personen die Pumpe bedienten. Der Windkessel gewährleistete einen konstanten Wasserdruck für den Löschschlauch. Da die Pumpe kein Wasser ansaugen konnte, musste der Wassertank durch eine Eimerkette aus einer Wasserquelle kontinuierlich gefüllt werden.
Vor der modernen Brandbekämpfung stellten Feuer in Städten und Dörfern eine große Gefahr für Gebäude und Menschen dar. Die dichte Bebauung, die Verwendung von Holz als Hauptbaumaterial sowie offene Herdstellen und Lampen führten häufig zu verheerenden Bränden. Im 17. und 18. Jahrhundert wurden viele Städte durch großflächige Feuersbrünste zerstört, die ganze Stadtteile vernichteten. Frühe Löschgeräte wie Lederlöscheimer und Leitern ermöglichten nur begrenzten Schutz. Oft mussten Brandbekämpfer benachbarte Gebäude mit Feuerhaken abreißen, um die Ausbreitung des Feuers einzudämmen. Obwohl fahrbare Feuerspritzen seit der Antike bekannt waren, war ihre Verbreitung lange durch hohe Kosten und technische Einschränkungen begrenzt. Erst ab den 1830er-Jahren verpflichteten neue Brandverordnungen, auch in kleineren Gemeinden, zum Unterhalt eigener Feuerspritzen. In Westfalen regelte die "Allgemeine Feuer-Polizei-Ordnung" von 1841 die technischen Anforderungen, Besatzung und Aufstellungsorte. Diese Feuerspritze stammt vermutlich aus der Zeit und wurde um 1848 von der Gemeinde Nauholz angeschafft.
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Objektdaten
- Höhe 150 cm
- Breite 145 cm
- Länge 210 cm


