Düngerstreuer
Düngerstreuer (auch Kreisel- oder Schleuderstreuer genannt) zur gleichmäßigen Verteilung von Düngemitteln. Das zum Anbau an einen Schlepper konstruierte Gerät besteht aus einem zylindrischen Trichter und dem darunterliegenden Streuwerk, das über die Zapfwelle des Schleppers angetrieben wurde. Das eingefüllte Düngemittel gelangte über eine regulierbare Öffnung auf einen rotierenden Drehteller. Dort wurde es von montierten Wurfleisten erfasst und durch Fliehkraft halb- oder viertelkreisförmig ausgebracht. Die Streuweite war abhängig von der Drehgeschwindigkeit der Scheibe und der Korngröße des Düngers und konnte zwischen drei und zehn Metern betragen. Zur Vermeidung von Verklumpungen verfügte der Trichter über ein spiralförmiges Gegenrührwerk, das für eine gleichmäßige Konsistenz des Düngemittels sorgte.
Bis in das mittlere 19. Jahrhundert standen in der Landwirtschaft vor allem organische Düngemittel wie Stallmist, Jauche, Kalk und Mergel zur Verfügung. Ab etwa 1840 kamen erstmals importierte Mineraldünger wie Guano (Kot von Seevögeln) aus Südamerika zum Einsatz, später auch Chilesalpeter (Natriumnitrat) und bergmännisch gewonnene Kalisalze. Erste synthetisch hergestellte Dünger wie Superphosphat wurden ab Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelt, industriell produzierter Stickstoffdünger folgte nach Beginn des 20. Jahrhunderts. Diese Düngemittel führten zu deutlichen Ertragssteigerungen, verursachten jedoch langfristig auch ökologische Probleme wie Überdüngung und Nitratbelastung.
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Objektdaten
- Höhe 134 cm
- Durchmesser 80 cm


