Brautwagengestell, Vorderachse
Vorderachse vom Fahrgestell eines Brautwagens. Das Gestell besteht aus eisenbereiften Speichenrädern aus Holz, die durch den Achszapfen mit der hölzernen Achse verbunden sind. Diese setzt sich aus dem Achsholz und dem durch Eisenbändern damit verbundenen Achsschemel zusammen, der die Auflage für den Aufbau des Wagens bildet. Quer im Achsholz sitzt ein Deichselholz, an dessen Deichselblock am vorderen Ende die eigentliche Deichsel mit einem Bolzen befestigt wurde. Am längeren hinteren Ende wurde die Vorderachse durch einen horizontalen Bolzen in der Holzverbindung mit dem sogenannten Langbaum verbunden, der wiederum mit der Hinterachse (Inv.-Nr.: 1971:1650.2) verbunden war. Dazu gehört ein Aufsatz (Inv.-Nr.: 1971:1650.3).
Brautwagen dienten dem Transport der Mitgift und der Aussteuer der Braut. Die Bräuche rund um den Brautwagen variierten je nach Region und waren abhängig von der Größe des Hofes und dem sozialen Stand der Brautleute. In der frühen Neuzeit war der Umfang des Brautschatzes – abhängig von der Hofgröße – durch Verordnungen genau geregelt. Wichtige Positionen des Brautschatzes waren Saatgetreide, Großvieh (Pferde, Kühe), festliche Kleidung, Möbel, Geschirr, Besteck und Textilien (Leinen, Baumwolle). Bei großen Hochzeitsfeiern saß die Braut mit Wäsche und anderen Textilien auf einem ersten Brautwagen, während sich auf einem zweiten Möbel und Hausrat befanden. Das Vorführen vieler Brautgüter zeigte den Reichtum gegenüber Gästen und Dorfgemeinschaft.
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Objektdaten
- Höhe 144 cm
- Tiefe 146 cm
- Länge 300 cm
- Höhe 116 cm (Vorderwagen)
- Breite 183 cm (Vorderwagen)
- Tiefe 140 cm (Vorderwagen)
- Höhe 131 cm (Hinterwagen)
- Breite 187 cm (Hinterwagen)
- Tiefe 146 cm (Hinterwagen)



