Brautwagengestell
Gebrochene Hinterachse vom Fahrgestell eines Brautwagens. Das Gestell besteht aus zwei eisenbereiften Speichenrädern mit starkem Radsturz, die durch den Achszapfen mit der hölzernen Achse verbunden sind. Diese setzt sich aus dem Achsholz und dem durch Eisenbänder damit verbundenen Achsschemel zusammen, der die Auflage für den Aufbau bildet. Daran schließt ein Verbindungsstück an, das mit einem Langbaum verkuppelt wurde, der mit dem Vordergestell verbunden war. Diese Konstruktion bildete das gesamte Fahrgestell. Zum Brautwagen gehörte neben dem Vordergestell ein dreiteiliger Aufsatz mit flachen Rahmenkonstruktionen (Flachten) aus grün gestrichenen Eschenrahmen und blau gestrichenen Eichenfüllungen.
Brautwagen dienten dem Transport der Mitgift und der Aussteuer der Braut. Die Bräuche rund um den Brautwagen variierten je nach Region und waren abhängig von der Größe des Hofes und dem sozialen Stand der Brautleute. In der frühen Neuzeit war der Umfang des Brautschatzes – abhängig von der Hofgröße – durch Verordnungen genau geregelt. Wichtige Positionen des Brautschatzes waren Saatgetreide, Großvieh (Pferde, Kühe), festliche Kleidung, Möbel, Geschirr, Besteck und Textilien (Leinen, Baumwolle). Häufig saß die Braut mit Wäsche und anderen Textilien auf einem ersten Brautwagen, während sich auf einem zweiten Möbel und Hausrat befanden, was zugleich eine Demonstration von Reichtum in der Dorfgemeinschaft war.
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Objektdaten
- Höhe 123 cm (Achse)
- Breite 179 cm (Achse)
- Tiefe 165 cm (Achse)
- Länge 298 cm (Seitenteile)
- Breite 86 cm (Seitenteile)
- Höhe 61 cm (Seitenteile)
- Länge 126 cm (Schütt)
- Höhe 104 cm (Schütt)
- Breite 93 cm (Schütt)




