Brautwagengestell
Vorderachse eines Wagengestells aus Holz. Das Gestell besteht aus einer Achse mit zwei eisenbereiften Speichenrädern aus Holz, die an den Achszapfen aufgehängt sind. Quer in der Achse sitzt ein Deichselholz, an dessen Deichselblock am vorderen Ende die eigentliche Deichsel mit einem Bolzen befestigt wurde. Am längeren hinteren Ende wurde die Vorderachse, durch einen horizontalen Bolzen in der Holzverbindung, mit dem sogenannten Langbaum verbunden, der wiederum mit der Hinterachse verbunden war. Die einzelnen Teile werden mit verschiedenen Metallbeschlägen zusammengehalten. Das Wagengestell gehört zu einem Brautwagen, der durch eine Inschrift auf der Rückwand datiert ist: "AA BK 1804".
Brautwagen dienten dem Transport der Mitgift und der Aussteuer der Braut. Die Bräuche rund um den Brautwagen variierten je nach Region und waren abhängig von der Größe des Hofes und dem sozialen Stand der Brautleute. In der frühen Neuzeit war der Umfang des Brautschatzes – abhängig von der Hofgröße – durch Verordnungen genau geregelt. Wichtige Positionen des Brautschatzes waren Saatgetreide, Großvieh (Pferde, Kühe), festliche Kleidung, Möbel, Geschirr, Besteck und Textilien (Leinen, Baumwolle). Häufig saß die Braut mit Wäsche und anderen Textilien auf einem ersten Brautwagen, während sich auf einem zweiten Möbel und Hausrat befanden, was zugleich eine Demonstration von Reichtum in der Dorfgemeinschaft war.
Schlagworte
Objektdaten
- Höhe 119 cm (Voderwagen)
- Breite 187 cm (Voderwagen)
- Tiefe 127 cm (Voderwagen)
- Höhe 130 cm (Hinterwagen)
- Breite 188 cm (Hinterwagen)
- Tiefe 140 cm (Hinterwagen)



